PMS/PMDS IM FOKUS




Was ist eigentlich PMS (prämenstruelles Syndrom)?
PMS bezeichnet eine Vielzahl physischer und psychischer Symptome, die in Verbindung mit dem Menstruationszyklus auftreten. Etwa 20-40 % der Frauen erleben PMS in unterschiedlichem Ausmaß, das in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus auftritt, genauer gesagt während der Lutealphase. Bei Frauen mit AD(H)S geht man sogar von einer 80-92%-igen Wahrscheinlichkeit aus, dass PMS- oder PMDS-Symptome auftreten. Dies zeigt wiederum die enorme Empfindlichkeit auf Hormonschwankungen bei Frauen mit AD(H)S auf.
Nachfolgend sind, zum besseren Verständnis, die Phasen eines 28-tägigen Menstruationszyklus und die typischen Zeitpunkte, an denen PMS-Symptome auftreten können, aufgeführt.
Follikelphase (Tage 1-14)
Diese Phase beginnt mit dem ersten Tag der Menstruation und dauert bis zum Eisprung. Während dieser Phase reift ein Eifollikel in den Eierstöcken heran. PMS-Symptome treten in dieser Phase normalerweise nicht auf.
Ovulationsphase (ungefähr Tag 14)
Diese Phase markiert den Zeitpunkt des Eisprungs, wenn eine reife Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt wird. PMS-Symptome treten während des Eisprungs nicht auf, sondern erst danach.
Lutealphase (Tage 15-28)
Diese Phase beginnt nach dem Eisprung und dauert bis zum Beginn der nächsten Menstruation. Das Corpus luteum, das aus der zerfallenen Eizelle im Eierstock entsteht, produziert Progesteron. PMS-Symptome beginnen typischerweise in der Lutealphase, etwa 1 bis 2 Wochen vor der Menstruation. Sie können in den Tagen vor der Menstruation besonders intensiv werden.
Menstruationsphase (Tage 1-5 des nächsten Zyklus)
Diese Phase beginnt mit dem ersten Tag der Blutung und markiert den Beginn eines neuen Menstruationszyklus. PMS-Symptome klingen in der Regel mit Beginn der Menstruation ab.
Zusammenfassend treten PMS-Symptome hauptsächlich in der Lutealphase des Menstruationszyklus auf, also nach dem Eisprung und vor Beginn der Menstruation. Die Symptome können von Zyklus zu Zyklus variieren und hängen mit hormonellen Schwankungen zusammen, insbesondere mit dem Verhältnis von Östrogen und Progesteron.
Mögliche körperliche Symptome
- Brustspannen
- Blähungen
- Kopfschmerzen oder Migräne
- Müdigkeit und Energiemangel
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Veränderter Appetit
- Schlafstörungen
Mögliche psychische Symptome
- Erhöhte Reizbarkeit
- Stimmungsschwankungen
- Angstzustände
- Konzentrationsstörungen
- Sozialer Rückzug
- Gefühl der Überforderung
- Depressive Verstimmungen
- Weinerlichkeit
Ursachen
- Hormonelle Schwankungen
- Umwelt- und Lebensstilfaktoren
- Genetische Veranlagung
- Interaktion zwischen Östrogen, Progesteron und dem Gehirn spielt dabei eine entscheidende Rolle
- Wechselwirkung von Progesteron und Serotonin im Gehirn stehen auch im Zusammenhang. Betroffene scheinen besonders empfindlich auf Abbauprodukte des Progesterons zu reagieren.
Diagnose und Behandlung:
Die Diagnosestellung erfolgt durch ein Symptomtagebuch und einen Zykluskalender, um die Beschwerden über mehrere Monate hinweg zu erfassen. Ein Symptomtagebuch und Zykluskalender können Sie in den Anhängen beim Buchungsprozess von Doctolib finden.
Medikamentöse Behandlung:
- Schmerzmittel
- Hormonelle Verhütungsmittel, Hormonpräparate
- Antidepressiva (SSRI)
- Bei AD(H)S Anpassung der Stimulanzien an den Zyklus
Lebensstiländerungen:
- Regelmäßige Bewegung, Yoga
- Entspannungsübungen
- Gesunde Ernährung, bei Bedarf Nahrungsergänzungsmittel bei Nährstoffmangel
- Stressmanagement
Alternative Therapien:
- Akupunktur
- Kräuterheilmittel
- Mönchspfeffer
- Verhaltenstherapie
Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)
Unterschied PMS und PMDS?
Frauen mit PMDS erleben deutlich stärkere emotionale und psychische Symptome, die eine umfassendere ärztliche Behandlung erfordern, da sie erheblich die Lebensqualität beeinträchtigen. Bei Verdacht auf PMDS ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um eine angemessene Diagnose und Behandlung zu erhalten.
Diagnosestellung
PMDS erfolgt in der Regel durch ein detailliertes Symptomtagebuch, das über mindestens zwei Menstruationszyklen geführt wird. Dies hilft, die spezifischen Symptome und deren Schweregrad zu dokumentieren.
Häufigkeit und Symptome
Etwa zwei bis acht von 100 Frauen erleben PMDS, gekennzeichnet durch zusätzlich starke psychische Symptome wie beispielsweise Ängste, Aggressionen und depressive Verstimmungen.
Fazit
Die Diagnosestellung und Behandlung ist ähnlich wie bei PMS, jedoch bedarf PMDS in der Regel einer intensiveren ärztlichen Betreuung. Auch eine kognitive Verhaltenstherapie kann begleitend sehr effektiv sein. Sätze wie „Stell Dich doch nicht so an, das hat doch jede Frau“ hören Betroffene immer wieder und der Leidensdruck und damit einhergehenden psychischen Symptome können sich zusätzlich verschlechtern. Wenn Sie einen Leidensdruck bei PMS oder PMDS verspüren, helfe ich Ihnen gerne, einen für Sie passenden Lösungsweg zu finden.